In Verkehrsunfallsachen ist es für Sie als Unfallbeteiligten das Wichtigste, Beweise für den genauen Unfallhergang zu sichern.

Haben Sie den Unfall verursacht, kümmert sich Ihre Haftpflichtversicherung um die Regulierung des Schadens des gegnerischen Fahrzeuges - allerdings bei vielen Versicherung um den Preis einer Hochstufung der Versicherungsprämien.

Aber auch Sie aus Ihrer Sicht vermeintlich eindeutig Schuld haben, z.B. Vorfahrtsverletzungen, kann eine Mithaftung des Unfallgegners vorliegen. Das bedeutet, dass Sie trotz des von Ihnen begangenen Verkehrsverstoßes unter Umständen einen Anspruch auf zumindest teilweisen Ersatz der Schäden an Ihrem Fahrzeug haben.

So haftet jeder Fahrzeughalter verschuldensunabhängig für die Betriebsgefahr seines Fahrzeuges. Diese Betriebsgefahr tritt nur dann zurück, wenn der Unfall trotz sorgfältigster Fahrweise unvermeidbar war oder ein besonders grobes Verschulden des Unfallgegners vorliegt.

Dieser Unvermeidbarkeitsnachweis fällt im Nachhinein häufig sehr schwer. Dazu ist es beispielsweise notwendig, Bremswege und -zeiten zu berechnen.
Bitte halten Sie daher schnellstmöglich nach dem Unfall fest:

-wie schnell die beteiligten Unfallfahrzeuge fuhren
-wo sich welches Fahrzeug bewegte
-wer wie stark gebremst hat
-ob es Bremsspuren gab, wie lang diese waren
-die genaue Endposition der beteiligten Fahrzeuge
-die genaue Kollisionsstelle
-wo bspw. Glassplitter von Scheinwerfern usw. lagen

Notieren Sie möglichst noch vor Ort stichpunktartig Zeugenaussagen (und auch deren Adressen).

Bei der Beweissicherung ist Eile geboten: Unfallspuren werden schnell entfernt von Feuerwehr oder Straßenreinigung oder schlicht beim nächsten Regen. Zeugen können sich nach einigen Tagen selten an möglicherweise wichtige Details erinnern.


Auch die Feststellung des Schadens ist wichtig. Beachten Sie bitte, dass Versicherungen die Regulierung von Sachverständigenkosten bei Bagatellschäden ablehnen können. Die genaue Grenze eines Bagatellschadens wird von den Gerichten nicht einheitlich festgelegt. Ich empfehle meinen Mandanten, bei geringen Schäden zunächst nur einen Kostenvoranschlag einer Werkstatt einzuholen und einen Sachverständigen erst zu beauftragen, wenn die voraussichtlichen Reparaturkosten ab etwa 1.500,00 € betragen.


Auch die Rechtsanwaltskosten gehören grundsätzlich zu den Schadensersatzpositionen, die bei der gegnerischen Versicherung geltend gemacht werden können. Kommt es allerdings zu einer Haftungsverteilung -bei einem Mitverschulden oder wegen der Haftung für die Betriebsgefahr- müssen Sie auch einen der Haftungsquote entsprechenden Teil der Rechtsanwaltskosten tragen.