In einem Bußgeldverfahren geht es für Sie häufig nicht nur um ein Bußgeld, sondern auch um Punkte, Fahrverbot, Fahrerlaubnisentzug.
Erst nach einer sorgfältigen Prüfung der Akte der Polizei/Bußgeldstelle kann eine erfolgreiche Verteidigungsstrategie erstellt werden, kann geprüft werden, ob etwa eine Geschwindigkeitsmessung ordnungsgemäß durchgeführt wurde oder welche Zeugen was ausgesagt haben.

Wie in Strafverfahren empfiehlt es sich für Sie als Betroffenen, zunächst von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch zu machen und erst nach Akteneinsicht zu entscheiden, ob Sie sich zum Tatvorwurf einlassen sollten oder nicht. Viele Sanktionen hängen beispielsweise von der Frage ab, ob man die Tat vorsätzlich oder fahrlässig begangen hat. Häufiger Anknüpfungspunkt ist für das Gericht Ihre Aussage!

Betrifft das Bußgeldverfahren Sie nur als Halter, der Täter ist aber ein naher Angehöriger, so haben Sie auch dann ein Aussageverweigerungsrecht. Das betrifft auch die Frage, wer das Fahrzeug zum Tatzeitpunkt geführt hat. Bevor Sie in diesem Punkt von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, sollten Sie sich allerdings beraten lassen - denn es droht dann die überaus lästige Anordnung eines Fahrtenbuches. Und die allermeisten schaffen es nicht, dieses Fahrtenbuch ordnungsgemäß zu führen. Verstöße gegen die Fahrtenbuchauflage sind dann ihrerseits bußgeldbewehrt!